zu dejagahs vorgängern

Etwas von mir in der taz zu den nicht unproblematischen deutsch-israelischen Sportbeziehungen, u.a. mit der in der deutschen Presse sonst nirgends gehandelten Information, dass es in jüngster Zeit auch einen iranischen Nationalspieler gab, der gegen eine israelische Mannnschaft antrat.In den letzten Tagen hat sich die Art, wie über den Fall Dejagah geredet wird, verschoben. War man sich anfangs noch einig, dass es ein Skandal ist, wenn ein Nationalspieler aus „politischen“, aus „grundsätzlichen“ oder aus „religiösen“ Gründen einen Israelbesuch boykottiert, so haben jetzt alle Verständnis für den plötzlich aus „privaten“ Gründen handelnden jungen Mann, weil ja seine Verwandten Repressalien ausgesetzt sein könnten.Der Diskurs funktioniert so:Der Zentralrat der Juden in Deutschland wird als Ankläger wahrgenommen, der dabei immer ein wenig übertreibt, aber dem man diese Übertreibungen freundlich tolerant nachsieht.In Deutschland lebende Iraner oder aus dem Iran stammende Deutsche werden als Gutachter angehört, die, wie der grüne Bundestagsabgeordnete Nouripour in der taz, die Frage beantworten sollen, ob die Weigerung eines Menschen, israelischen Boden zu betreten, antiisraelisch sei: „Falsch. Er versucht nur, sich an die iranischen Gesetze zu halten.“Die deutsche Öffentlichkeit fungiert als neutraler Schiedsrichter, der sich moralisch und intellektuell über den jüdischen und iranischen Streithähnen stehend wähnt. DFB-Präsident Theo Zwanziger wird ja nun Gespräche mit allen Beteiligten führen und zu einem abschließenden Urteil gelangen.

Comments are closed.