Archive for Januar, 2008

tagesschau und tagesshow

Montag, Januar 28th, 2008

tagesshow-cover.jpg Walter van Rossum hat ein Buch über die Tagesschau geschrieben: „Die Tagesshow. Wie man in 15 Minuten die Welt unbegreiflich macht“. Ich habe es rezensiert und dabei nicht, zumindest: nicht nur gelobt, denn sein Anliegen, eine intelligente Medienkritik auch am Beispiel des Nachrichtenjournalismus zu leisten, halte ich für zu wichtig, als dass man es derart vorurteilsbeladen tun sollte, wie Rossum es tut.

Nun lese ich ein Interview mit Rossum, worin er alles noch schlimmer macht. Statt dass er zur Kenntnis nimmt, dass sein Buch allerlei Kritikwürdiges enthält, worauf ihn Rezensenten hinwiesen, wittert er eine Verschwörung:

Ich erlebe genau das, was ich im Buch auch schon ein Stück weit beschrieben habe – eine Art freiwillige Gleichschaltung der Medien. Eigentlich kann ich mich darüber natürlich nicht wundern, dass die Welt so ist, wie ich sie beschreibe.

Selbstverständlich hat er immer Recht. Und zwar so Recht, wie alle, die am Kneipentisch sitzen und laut werden, bis niemand mehr widersprechen möchte und die deswegen glauben, sie hätten Recht.

Ich werde ideologisch sortiert, als anti-amerikanisch und gefährlich wahrgenommen – und meine Medienkritik kommt gar nicht vor.

Wem das noch nicht genug Beleg für die These ist, dass Rossum sich als Opfer einer Verschwörung wähnt, hier kommt der letzte Nachweis:

Spiegelkritik: Geben die bisher erschienenen Rezensionen denn nicht einfach die freien Meinungen der jeweiligen Autoren wieder und müssen von Ihnen wiederum als Anstoß für Auseinandersetzung akzeptiert werden?

van Rossum: Wenn man wenigstens teilweise hinter die Kulissen schauen kann und dann mitbekommt, dass es regelrechte Aufträge gab, in eine bestimmte Richtung zu rezensieren, dann sicherlich nicht.

 

powetkin

Sonntag, Januar 27th, 2008

Etwas über den Schwergewichtskampf von Alexander Powetkin gegen Eddie Chambers in SpiegelOnline.

bobby fischer

Freitag, Januar 25th, 2008

In der Jüdischen Allgemeinen (ein bisschen runterscrollen!) ein Nachruf auf das verstorbene Schachgenie Bobby Fischer. Wie man dessen wüsten Antisemitismus, der ihn sogar die Existenz des Holocausts leugnen ließ, und dessen Antiamerikanismus, der ihn die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 freudig begrüßen ließ, auch bezeichnen kann, führt der ORF vor: „Prominenter Kritiker der USA“.

das dopingbuch

Sonntag, Januar 20th, 2008

verbrecherlogo.jpg Ein Cover gibt’s noch nicht, aber schon den Titel und die Bestellmöglichkeit:

Wer macht den Sport kaputt? Doping, Kontrolle und Menschenwürde
Von Rolf-Günther Schulze und Martin Krauß (Hg.)

Zurzeit wird unter Hochdruck daran gearbeitet, und im März soll es auf dem Markt sein. Weitere Informationen in Kürze an dieser Stelle und gewiss auch an anderen Stellen.

herr schönbohm

Samstag, Januar 19th, 2008

Jörg Schönbohm in der Welt: „Scheiß Deutsche! Das können wir nicht dulden.“ Wie redet der denn mit seinen Wählern?

spielerfrauen

Samstag, Januar 19th, 2008

illgners-cover.jpg „Es gibt keine Gruppe von Frauen mit einem schlechteren Image“, sagt die Expertin für dieses Medienphänomen, Christine Eisenbeis, im Interview mit Rund-Online (Teil eins und zwei) 

ein lothar matthäus

Donnerstag, Januar 17th, 2008

matthaeus-cover.jpg Ein Dokument großer Sportliteratur: Lothar Matthäus kommentiert in der Sportbild die Entscheidung des FC Bayern München für den Cheftrainer Jürgen Klinsmann:

Klinsmann hat die Zeit bei seinen sieben Klubs als aktiver Spieler genützt. Neben Deutsch spricht er Englisch, Italienisch, Französisch, neuerdings Spanisch. Er kann mit den Spielern noch besser kommunizieren als der viel erfahrenere Ottmar Hitzfeld.    

Der wo mehr Sprachen spricht als ein Lothar Matthäus, denn ein Lothar Matthäus spricht kein Französisch.

Ich gehe davon aus, dass er Guido Buchwald holt, der zwar zuletzt in Aachen scheiterte. Jürgen wird’s aber so verkaufen, dass Guido mit den Red Diamonds in Japan Meister und Pokalsieger wurde.

Das ist zwar schon seit drei Tagen überholt, aber ein Lothar Matthäus weiß ja, wie es auf dem Platz zugehen wird.

Es wird Schwäbisch und Englisch mit amerikanischem Akzent gesprochen werden.

Denn ein Lothar Matthäus weiß, was der Jürgen Klinsmann für einer ist:

Er war immer einer, der nicht mit am Tisch sitzen blieb. Der nicht mit uns Karten gespielt hat. Der auf sein Zimmer ging, Bücher las, Musik hörte, sich abkapselte. Jürgen hat auch gerne auf Understatement gemacht. Er ist mit dem VW-Käfer zum Training gekommen, hatte in der Garage einen Porsche stehen. Er hat sich ein Saubermann-Image aufgebaut. Das ist in der Mannschaft diskutiert worden.

Das Ergebnis der Mannschaftsdiskussion:

 Er war ein Ich-Denker. Aber mit einer positiven Ausstrahlung.

Spielerisch aber mit Mängeln:

Da ihm die Bälle öfter mal vom Fuß sprangen, erfand Mehmet Scholl den Spitznamen Flipper. Ich hoffe nicht, dass es Mehmet deshalb schwer hat, bei Bayern einen Job zu bekommen. Denn Jürgen ist keiner, der vergisst. Er kann eiskalt killen.

Ein Lothar Matthäus weiß, wovon er spricht, aber:

Aber was zwischen ihm und mir war, darüber möchte ich nicht sprechen. Das ist Vergangenheit.

Ein Lothar Matthäus kann jedenfalls vor dem Wechsel von einer National- zu einer Klubmannschaft nur warnen:

Wenn du alle sechs Wochen mal eine flammende Rede halten musst, ist das was anderes, als eine Vereinsmannschaft wöchentlich ein-, zweimal zu begeistern.

Diese Meinung wird ein Lothar Matthäus nicht ändern.

Dumme Menschen ändern ihre Meinung nicht. Jürgen ist nicht dumm. Er wird sich zwar nicht mal von Beckenbauer reinreden lassen.

Obwohl der doch schon mal seine Meinung ändert.

bob olin

Donnerstag, Januar 17th, 2008

In der Jüdischen Allgemeinen ein Beitrag über den nicht ganz vergessenen früheren Boxweltmeister im Halbschwergewicht Bob Olin und wie die Nazis 1934 extra wegen ihm versuchten, einen eigenen Weltmeister zu installieren. Und natürlich meine regelmäßige Kolumne, diesmal zum nicht wirklich nahe liegenden Thema Superbowl und Israel.

klinsmann & bild

Sonntag, Januar 13th, 2008

klinsi-bild.jpg Zu den Besonderheiten der Verpflichtung Jürgen Klinsmanns durch den FC Bayern gehört die enge Verbundenheit weiter Teile der Bayern-Führung mit der Bild-Zeitung. Daher sei an eine Recherche Roger Repplingers aus Rund (6/06) erinnert: zu den Hintergründen der Bild-Kampagne gegen Klinsmann vor der WM 2006. 

wer b sagt, muss auch c schreiben?

Sonntag, Januar 13th, 2008

dschungel.jpg Verwirrung ums RTL-Dschungel-Camp: Ein Christian Buß berichtet auf SpiegelOnline über das „B-Promi-Spiel“, kurze Zeit später schreibt ein Dennis Kayser über die „ins Urwald-Camp gesperrten C-Promis„.  Die Google-Suche nach „D-Promi“ ergibt über 1800 Treffer, bei „E-Promi“ sind’s noch über 600 Treffer. Geht das jetzt das ganze Alphabet runter? Bis zum „U-Umlaut-Promi“?