zivilisatorische wirkung des weltmarkts

Die Marktmacht des Fußballs macht’s möglich: Malaysia wird vermutlich zum ersten Mal seit Jahren israelischen Staatsbürgern Einreisevisa erteilen: Wenn nämlich der englische Spitzenklub Chelsea FC mit dem israelischen Trainer Avram Grant und dem gleichfalls aus Israel stammenden Mittelfeldspieler Tal Ben Haim zu einem Saisonvorbereitungsspiel Ende Juli in das asiatische Land reisen. 

Der Vizepremierminister Najib Razak  erklärte, dass die Regierung in diesem Fall wohl eine Ausnahme mache. „Es wäre schade, wenn die Politik auf diesem Weg sich in den Sport einmischte“, sagte der Mann, der ansonsten jeden Sport-, Kultur-, Wissenschafts-, Wirtschafts- etc. –Boykott gegen Israel richtig findet. „Ich muss die Situation erst genau analysieren“, sagte Razak, „aber ich würde gerne Chelsea hier spielen sehen, auch wenn es nicht mein Team ist. Es ist gut für den hiesigen Fußball.“

Für Chelsea erklärte Vereinsgeschäftsführer Peter Kenyon, sie führen definitiv nicht ohne ihren Cheftrainer dorthin. „Diese Tour ist ein entscheidender Teil des Trainings für die Saison 2008/2009.“

Zuletzt durfte ein israelisches Sportteam vor elf Jahren, anlässlich eines Kricket-Turniers, nach Malaysia einreisen. Das führte damals zu Protesten von Islamisten.

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