streitgespräch doping

Ein Streitgespräch soll es werden: „Doping – gibt es auch gute Gründe dafür?“ lautet der Titel, auch wenn mir lieber wäre, die Frage lautete, ob es nicht auch gute Gründe gibt, nicht dagegen zu sein.

Egal: am Samstag, 19. Juli 2008 um 19.30 Uhr unterhalten sich Ines Geipel, Rolf-Günther Schulze und ich uns im Roten Salon (Rosa-Luxemburg-Platz, 10178 Berlin) über diese Frage. Ines Geipel hat gerade das Buch „No Limit. Wieviel Doping verträgt die Gesellschaft“ vorgelegt, Rolf-Günther Schulze und sind Herausgeber des Buches „Wer macht den Sport kaputt?“ Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung des Klett-Cotta- und des Verbrecher-Verlags.

One Response to “streitgespräch doping”

  1. Richard Friedel sagt:

    Medizinertheorien auf dem Prüfstand

    Für mich ist ein Aspekt des Dopings im Sport übersehen worden und ist aufklärungsbedürftig – der Begriff Asthma. Einerseits haben wir die Heroisierung der Asthmatiker, die im Eislauf, Skilanglauf und Schwimmen trotz extremen und sogar lebensgefährlichen Atmungsbeschwerden dank künstlicher Erweiterung der Atemwege durch Medikamente es zu nicht nur telegenen Glanzleistungen bringen. Andererseits spielt doch der Glaube an einen Fortschrittsautomatismus in der Pharma und die Larmoyanz über Marcel Proust und über das Schicksal von Asthmatikern mit der lebenslänglichen Behandlung mit Kortison als Spray oder Pillen eine Rolle.

    Auch wenn Leute mit einem Gefühl der Atmungsinsuffizienz oft eine Genesung durch Leistungssport aus eigenem natürlichem Antrieb suchen und so ihren weitaus überproportionalen Anteil im Leistungssport begreiflich machen, ruft die Wirkung des Asthmakonzepts und seine Behandlung nach mehr Transparenz bezüglich der persönlichen Dosierung für den Sportler, des Sinns einer nur pharmazeutischen Behandlung bzw. eines nur pharmazeutischen Verständnisses der Krankheit. Japaner als großes Kulturvolk betonen eine Schlüsselrolle des Bauchdrucks bei dem wirkungsvollen Tiefatmen, das dem Asthmatiker abgeht. Siehe Bücher von N. Nakamura, S. Otabe und N. Shioya

    Siehe „Pneumologie in Praxis und Klinik“ von R. Ferlinz noch als wichtiges Lehrbuch mit der Mahnung (Anfang Kap. 2) „.Bleiben wir uns aber be¬wußt, daß auch auf diesem Gebiet der Medizin [Atmung] vieles Tradition, Vermutung und Empirie ist, so daß die biologischen Zusammenhänge sich bei genauerer Nachprüfung ganz anders darstellen mögen.“

    Frau Geipel könnte also optimistischer über die Ziele des Spitzensports sein, nämlich als Grund zum Nachdenken über medizinischen Theorien.
    Richard Friedel