Archive for Juni, 2009

die trainer als macht

Montag, Juni 15th, 2009

Fußballtrainer entdecken ihre Macht. Martin Jol, Felix Magath, Christoph Daum und Bruno Labbadia verließen freiwillig ihre Klubs, um bessere Angebote wahrzunehmen. Hans Meyer, Friedhelm Funkel und Bojan Prasnikar hatten zwar keine besseren Angebote – aber warten, bis man sie feuert, wollten sie auch nicht. Eine Analyse von mir in der Jungle WorldEmanzipation der Trainer

antisemitismus im fußball (4)

Donnerstag, Juni 11th, 2009

homburg.jpgDiesen Veranstaltungshinweis, garniert mit diesem Foto, habe ich gerade erst gesehen: Am Sonntag findet im saarländischen Merzig eine Veranstaltung zum Thema „Antisemitismus im Fußball – Über das Schweigen von Fans und Funktionären“ statt. Es sprechen Christoph Goergen und Christian Hirsch, die sich in der „Aktion 3. Welt Saar“ sehr verdienstvoll um Fußball kümmern. 

Sonntag, 14. Juni, 18 Uhr, Stadthalle Merzig. Es findet im Rahmen einer Anne-Frank-Ausstellung statt.

In Einladung heißt es u.a.:

„Wir bauen eine U-Bahn von … nach Auschwitz“. Dieser Slogan – der Ort in der Mitte wird dabei ausgetauscht – wird in Fußballstadien gesungen, auch im Saarland. Antisemitismus hat im Fußball seinen Platz, analog zu seiner Präsenz in der Gesellschaft. Der Begriff „Jude“ wird im Fußball durchgängig als Schimpfwort benutzt gegenüber gegnerischen Fans, gegnerischen Vereinen oder dem Schiedsrichter. Bei solchen Sprüchen fällt auf, dass Polizei und Vereinsordner daneben stehen, aber meist nicht eingreifen. Antisemitische Beschimpfungen haben in den oberen Ligen abgenommen, dafür aber in den unteren Ligen zugenommen. Neben der Medienpräsenz liegt dies auch an der Gegenbewegung einiger Fans. Als überzeugte und praktizierende Fußballfans richten sich die Referenten mit ihrem Vortrag an alle, die die oben beschriebenen Phänomene aus eigener Anschauung kennen, sich bisher aber nicht trauten, im Stadion aktiv dagegen vorzugehen oder sich allgemein für Fußball interessieren.

gedanken zu daum und der welt

Donnerstag, Juni 4th, 2009

Christoph Daum verlässt den 1. FC Köln. Für Bild, mal wieder untertreibend und die wahren Dimensionen nicht begreifend, ist das ein “Trainer-Beben”. 2006 war Daum nach langem und kuriosem Verhandlungshickhack (man erinnere sich an die grandiose Pressekonferenz im Krankenhaus) zum FC gekommen. Und zwar als Erlöser – das ist ja eine Art Gott.

“Habemus Daum” wurde der Messias vor drei Jahren in Köln begrüßt, und an entsprechender Verehrung (inkl. der gegenüber kultisch verehrten Heiligen üblichen freiwilligen Bereitstellung von Mitteln) mangelte es nicht. Ob die Verpflichtung ein Fehler war, lässt sich nicht mal heute sicher sagen. Aber wenn, dann war es ein historisch notwendiger Fehler – denn den Erlöser in seinem Lauf hält weder Express noch Overath auf.

Nun steht auf Moses’ Gesetzestafeln, dass wir keinen zweiten Gott neben dem einen haben sollen. Allerdings gibt uns die Schrift keinen Hinweis darauf, in welcher konkreten menschlichen Erscheinung der Messias Einzug hält. Nur dass der Einzug in Müngersdorf stattfindet (und ja auch stattgefunden hat), das kann man historisch ziemlich sicher sagen. Aber ob der Erlöser mit stechendem Blick, koksend und mit Schnäuzer (i.e. traditionelles Gottesbild) auftritt, oder ob er jung, Tore schießend und polnischen Hiphop hörend (i.e. modernes Gottesbild) ist, da gibt die Schrift keine Auskunft.

Also ist mit Daums Abgang nicht der Messias entschwunden, sondern nur seine bisherige Erscheinungsform, quasi die Daumsche Hülle. Und in Podolskis FC-Trikot, will sagen: in Poldis göttlichem Antlitz kütt dä Messias at widder. Habemus Poldi! 

obama, linke, jugendfußball

Donnerstag, Juni 4th, 2009

feuerdrache-zion.jpg Mal wieder der Hinweis auf eigene Texte. In der aktuellen Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen (Nr. 23/09) findet sich:

– ein Interview mit Volkhard Knigge, dem Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, über den bevorstehenden Besuch von Barack Obama dort: „Obama ist ein Symbol der Rettung“. Unter anderem sagt er, er höre oft von Überlebenden, „dass Obama mehr als frühere US-Präsidenten ein Symbol für ihre Rettung ist, weil sein Großonkel an der Befreiung des Buchenwald-Außenlagers Ohrdruf beteiligt war. Und noch etwas Wichtiges kommt hinzu. Obama repräsentiert das, wofür sie von jeher eingetreten sind: Achtung der Menschenwürde und der Menschenrechte.“

– eine Reportage, ob und in welchem Ausmaß sich Antisemitismus bei der Linkspartei finden lässt: Feuerdrache Zion. Ein Besuch beim „Seniorenklub im Karl-Liebknecht-Haus“ (zusammen mit Matthias Meisner).

– eine Geschichte über den Besuch der A-Jugend des jüdisch-arabischen Fußballklubs Hapoel Abu Gosch/Mevasseret Zion in Berlin: Humus und Tore. Ein Freundschaftsspiel gegen den TuS Makkabi Berlin gewannen die Israelis mit 6:3. (Zu diesem besonderen Verein kann ich auch die Geschichte, die mein Freund und Kollege Torsten Haselbauer eine Woche zuvor in der Jüdischen Allgemeinen bzw. taz hatte empfehlen.)

ali, ali, ali

Mittwoch, Juni 3rd, 2009

ali-cover.jpg Erste Hörproben meines Audiobuchs über Muhammad Ali finden sich hier. Die CD kommt dieser Tage raus und kostet 9,95 Euro.