proll, fahne und dann noch glotze

Am Freitag, den 2. Juli, halte ich in Köln einen Vortrag unter dem vielleicht etwas sperrigen Titel Public Viewing als Verdrängung proletarischer Öffentlichkeit.

Die harten Facts zuerst: 2.7.2010, 18:00 Uhr, AStA-Café, Universitätsstraße 16

asta-koeln.jpg Es geht um Hochaktuelles: Erstens sorgt die Fußball-WM in Südafrika hierzulande für eine bemerkenswerte Vergemeinschaftung, die sich leicht in Farben ausdrücken lässt: schwarz-rot-gold. Zweitens wird Fußball komplett anders präsentiert: statt proletarischen Kuttenträgern, die lieber in der Kurve stehen, gehen nun Kleinfamilien, Mittelschichtler und Premium-Sponsoren zu den Fußball-Events, nämlich in Stadien, die einer ganz neuen Architektur entsprechen. Das Modell ist so attraktiv, dass es während der WM gar nicht mehr im Stadion stattfinden muss, sondern in Public-Viewing-Areas dargeboten wird, um das Spiel dort dann im Fernsehen zu sehen. Drittens sorgt genau der Umstand, dass man das Spiel im Fernsehen sieht, aufgezeichnet mit über zwanzig Kameras, deren Bilder von der Regie zu etwas Neuem (und eben nicht mehr dem Abbild eines Fußballspiels) gemischt werden, dass wir auch einen ganz anderen Fußball sehen als noch die Kuttenträger vor dreißig Jahren.

Der Vortrag wird ab 18 Uhr gehalten, danach wird zusammen Uruguay-Ghana geguckt: in Sommerkleidung sitzend, kühles Kölsch trinkend und im Fernsehen schauend. Also sehr modern.

Und hier der Link zur Seite des AStA Köln.

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