journalisten und revolution

Gedanken zum 1. Mai

„Als Blanqui, der große Praktiker der Revolution im 19. Jahrhundert, während der Revolution von 1830 vom Kampf zurückkehrte, stürmte er in die Redaktionsstube der Zeitung, für die er gearbeitet hatte. Er stand in der Tür, warf sein Gewehr hin und rief den älteren Journalisten, die da saßen, mit jugendlichem Enthusiasmus (Was für eine romantische Eigenschaft!) zu: ‚Enfoncez, les romantiques!’ – ‚Das ist das Ende der Romantiker.’ Für ihn war die Revolution, für die er gerade sein Leben aufs Spiel gesetzt hatte, nicht in erster Linie ein Sieg der republikanischen Arbeiter gegen ihre Unterdrücker; was ihm als Erstes in den Sinn kam, war, dass nun der blumige Stil von Chateaubriand, die Idealisierung des Mittelalters, die Pseudogotik und die Nachahmung des Feudalismus nun sämtlich verschwinden würden.“

Immanuel Wallerstein, Der Siegeszug des Liberalismus. Das moderne Weltsystem, Bd. IV, Wien 2012, S. 74f

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