Archive for the ‘sonstiges’ Category

sportjournalismus (4)

Sonntag, November 28th, 2010

Beim Umsortieren und Ausdünnen meines Archivs fiel mir ein hübsches Editorial des Kicker aus dem Jahr 1995 in die Hände. Rainer Holzschuh, der damalige Chefredakteur, gratulierte am 11.9. Franz Beckenbauer zum 50. Geburtstag:

Auszuschließen ist bei Dir gar nichts. Lediglich die Gewißheit, daß Du für den Fußball noch sehr viel tun wirst.

ökodiktatur und konsumzwang …

Samstag, November 27th, 2010

… auf Weihnachtsmärkten – und dann noch in alter Rechtschreibung:apfelmuss.jpg

zeit vertreiben (2)

Freitag, September 17th, 2010

Die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, gegründet vom Bundestag und mit dem Auftrag ausgestattet eine Ausstellung zu entwickeln, ist der Kritik ausgesetzt. Eine Recherche dazu, die ich mit Katrin Richter in der Jüdischen Allgemeinen niedergeschrieben habe: Auftrag und Aufschrei.

zeit vertreiben

Donnerstag, September 9th, 2010

Zum aktuellen Stand der Diskussion um die Ausstellung „Sichtbare Zeichen“ die von der Stiftung Flucht, Vertreibung,  Versöhnung erstellt werden soll, ein Artikel aus der Jüdischen Allgemeinen, den ich gemeinsam mit meiner Kollegin Katrin Richter schrieb: „Versöhnungsauftrag nicht erfüllt“.

güldene worte

Donnerstag, Juli 15th, 2010

Erardo C. Rautenberg ist ein sehr politischer Jurist. Der Generalstaatsanwalt von Brandenburg kämpft seit Jahren konsequent gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus und dafür, dass sich die demokratisch-republikanische Tradition in diesem Land doch durchsetze. Nun will er, dass statt des gängigen Gelb in der hiesigen Bundesflagge doch endlich das historische Gold zu sehen sei. Was das soll, dazu habe ich Rautenberg in der Jüdischen Allgemeinen befragt: „Gold steht für Demokratie“.

ein „stern“, der deinen namen trägt

Freitag, Juli 9th, 2010

Das sympathische Magazin 11Freunde hat, so war zu lesen, für geschätzte drei Millionen Euro 51 Prozent der Anteile seines Produkts an Gruner+Jahr verkauft. Wie der Kontakt zustande kam, hat der legendäre Rechercheur Hans Leyendecker in der Süddeutschen Zeitung herausgefunden:

„Als Volker Breid, einer der G+J-Verlagsgeschäftsführer, der Fan von Manchester United ist, Geburtstag hatte, schenkte ihm ein Freund ein Abo der Fußballzeitschrift. Vorigen April vermittelte ihm Gala-Chefredakteur Peter Lewandowski, der Fan des 1. FC Kaiserslautern ist, als Geburtstagsgeschenk eine Heftkritik bei 11Freunde in Berlin-Friedrichshain.“

Und wenn er runden Geburtstag hat, wird er zur Blattkritik zum stern geschickt? Zur Silbernen Hochzeit kriegt er einen Termin beim Spiegel? Und wenn ihm einer ganz ganz übel will, dann wird Herr Breid vor die Redaktion der Gala gehockt, um zu erzählen, wie unabhängiger Journalismus funktioniert?

“Wenn Breid über dieses erste Treffen im Konferenzraum des Blattes berichtet, gluckst er vor Lachen. Solche Fan-Konferenzräume kannte er nicht.”

Sehr glucksend! Klitschen zu begaffen, deren Redakteure nicht auf Designerstühlen hocken, die selbst zur Kaffeemaschine schreiten (und sogar zum Aldi, um dort ein Pfund Jacobs und Filtertüten zu kaufen) und die nicht in lichtdurchfluteten Lofts Printprodukte entwerfen, die nachher keiner lesen möchte, weil die coolen Jungs, die sie geplant haben, leider niemanden aus der Zielgruppe persönlich kennen.

Was kriegen eigentlich Kinder geschenkt, die das Pech haben, solch total coole und echt hippe Väter zu haben, deren gegenseitige Präsente aus Redaktionsbesuchen, die Zoobesuchen gleichen, bestehen? Zum bestandenen Abi darfst du bei Neon eine Blattkritik machen? Und wenn du durchgerasselt bist, musst du zur Strafe  eine halbe Stunde über Yuno reden?

eine frage, katrin müller-hohenstein

Mittwoch, Juni 16th, 2010

Nämlich diese: Warum haben Sie eigentlich, als es um Miroslav Kloses erstes WM-Tor ging, vom „inneren Reichsparteitag“ gesprochen?

Was ist, wenn vor 28 Millionen Deutschen, vor einer dreistelligen Millionenzahl weltweit und vor den Zuschauern in einem ausverkauften großen Fußballstadion eine solche Masseninszenierung stattfindet, noch „innen“?

Von der Formulierung „innerer Reichsparteitag“, die Sie benutzt haben, lernen deutsche Zeitungsleser ja gerade, dass, erstens, einige Mitmenschen sie noch nie gehört haben, während, zweitens, andere mitteilen, dass sie sie stets und ständig benutzen, ohne dass ihnen je ein NS-Bezug aufgefallen wäre. Eine dritte Gruppe wiederum versichert, dass der Ausdruck etwas mit ironischer Distanz und Brechung von NS-Propaganda zu tun hätte, während die Vierten herausgefunden haben, dass nur Nazis so sprechen.

Könnte es aber nicht sein, dass Sie, Frau Müller-Hohenstein, diese Floskel benutzt haben, weil das, was da fürs Fernsehen inszeniert wird, doch die ein oder andere Ähnlichkeit mit Massenaufläufen der angedeuteten Art hat? Und dass Sie das un- oder vorbewusst wahrgenommen und entsprechend formuliert haben? Um ehrlich zu sein: Wenn ich Freuds Psychopathologie des Alltagslebens richtig verstanden habe, kann es gar keine andere Erklärung geben.

boateng

Donnerstag, Mai 20th, 2010

Warum nicht mal auf sehr gute Artikel von Kollegen hinweisen? (Für regelmäßige Hinweise dieser Art fehlen mir Zeit und Lust und vermutlich auch Leser, aber wenn mir scheint, dass ein Text vielleicht von zu vielen Menschen nicht gelesen wurde, obwohl er es wert ist, dann kann ich ja mal mit meinen sehr bescheidenen Möglichkeiten unterstützen und verlinken). Boris Herrmann schaut sich in der Berliner Zeitung die rassistischen Reaktionen auf Kevin-Prince Boatengs Foul an Michael Ballack an: „Wenn es in diesem Land je einen entspannten Patriotismus gegeben hätte, dann müsste man ihm am heutigen Tag einen Nachruf widmen.“ Hier der gesamte Text: Deutschland zürnt dem Wedding.

Und in der Zeit fand ich eine, wir mir scheint: grandiose Reportage über den Berliner Wedding, die Boatengs und ihre Kumpels und wie nah Hartz IV, Lamborghinis, Profifußball und Drogenhandel zusammenhängen: Der Nabel ihrer Welt von Anita und Marian Blasberg.

crisis? what crisis?

Donnerstag, April 1st, 2010

Hier der Hinweis auf eine Recherche, die ich gemeinsam mit meiner Kollegin Katrin Richter für die Jüdische Allgemeine zum Stand der deutsch-israelischen Beziehungen anstellte: Mit Bodenhaftung.

ach, europaparlament (2)

Donnerstag, März 25th, 2010

Das Europaparlament hat eine Entschließung verabschiedet, mit der es sich positiv auf den sog. Goldstone-Report bezieht, jenen Bericht, den der südafrikanische Richter Robert Goldstone zum Gazakrieg angefertigt hat. In der letzten Woche berichtete ich darüber (Brüsseler Speerspitzen, in: Jüdische Allgemeine 11/2010),

Diesmal habe ich Reinhard Bütikofer, grüner Spitzenpolitiker in Brüssel, für die Jüdische Allgemeine dazu befragt, warum er und seine Fraktion diesem Antrag zugestimmt haben: Erhebliche Differenzen.