Februar 11th, 2010
In meiner monatlichen taz-Kolumne mit dem hübschen Titel „Über Ball und die Welt“ nehme ich mir ja stets Meldungen aus der Welt des Fußballs vor, die a.) in der deutschen Medienöffentlichkeit (Agenturen, Zeitungen, TV-Sender etc.) nicht berücksichtigt wurden und b.) einen politischen Bezug haben und somit etwas über das Verhältnis von Fußball und Politik aussagen.
Klingt kompliziert, macht aber Spaß. In diesem Monat geht es um die Fidschi-Inseln, die einen Riesenkrach im Fußballverband haben: „Das Fußballchaos im Inselstaat ist ein Lehrstück über Vereine und Ligen, deren Ziel es ist, mit dem Fußball Geld zu verdienen, über einen Verband, der sich aufs Engste an den Internationalen Fußballverband Fifa anlehnt, weil er von den dort ausgeschütteten Geldern profitiert, und über eine Regierung, die sich wünscht, dass man mit den doofen Kickern endlich mal bei einer Weltmeisterschaft Staat machen kann.“: Sehenswerter Machtkampf.
(Für die pressehistorisch interessierten Leser: Teil 1 von “Über Ball und die Welt” behandelte eine Falschmeldung, wonach Zinedine Zidane für die Uno im Gazastreifen aktiv würde: Nichts gegen Zidane! Und Teil behandelte die Bemühungen einer indischer Sportfunktionäre, Indien solle sich doch um die Ausrichtung der Fußball-WM 2026 bemühen: Der Wecker ist gestellt.)
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Februar 11th, 2010
Ein bisschen was darüber, welche Texte man so lesen darf, welche nicht, wer bestimmte Texte lesen darf, um dann zu entscheiden, wer sie nicht lesen darf und so weiter.
Soll heißen: Für die Jüdische Allgemeine habe ich Elke Monssen-Engberding interviewt, Leiterin der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, denn ihre Einrichtung hat die sog. „Schulhof-CD“ der NPD nicht indiziert, eine CD von Rammstein allerdings sehr wohl: „Meinungen indizieren wir nicht“.
Und, auf derselben Seite der Jüdischen Allgemeinen (zur Lektüre beider Texte bitte runterscrollen, der Online-Auftritt kommt wirklich bald!) findet sich mein Kommentar, zur Frage ob Hitlers Mein Kampf ab 2005 veröffentlicht werden darf - ja, nein, nur kommentiert oder wie oder was: Sein Krampf.
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Februar 11th, 2010
Zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver reist Israel mit kleiner Mannschaft an: Ein Eistanzpaar und ein Slalomfahrer, mehr nicht. Auch nicht Tamar Katz, dreifache israelische Eiskunstläuferin. Sie hat sich zwar noch den Regeln der International Skating Union für Olympia qualifiziert, nicht aber nach den strengeren Regeln des israelischen Olympischen Komitees. Dort nämlich glaubt man, so etwas Ähnliches wie eine große Wintersportnation zu sein, die sich auf keinen Fall sportlich blamieren dürfe. Dazu in der Jüdischen Allgemeinen ein Text: Dabei sein wäre alles.
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Februar 5th, 2010
Ende Januar starb im Alter von 87 Jahren, Howard Zinn, einer der anregendsten Historiker des vergangenen und des kurzen aktuellen Jahrhunderts. „Geschichte von unten“ ist das Konzept, das mit ihm verbunden wird und das er in seiner „Geschichte des amerikanischen Volkes“ beeindruckend vorgeführt hat. Nun, dieser Kalauer muss raus, schaut sich Zinn die Geschichte von unten an.
In der Jüdischen Allgemeinen und im Freitag finden sich Nachrufe von mir auf diesen verdienstvollen Mann: In der JA, wie – noch! – üblich, nur als ePaper (linke Seite), im Freitag erstaunlicherweise gar nicht online.
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Februar 3rd, 2010
Bei den Philosophen der TU Berlin wird – im Verbund mit den Sportwissenschaftlern der HU Berlin – zum Thema „Translating Doping – Doping übersetzen“ geforscht. Es geht einerseits darum, das rund um das sportliche Riesenthema Doping akkumulierte Wissen für andere gesellschaftliche Bereiche aufzuschließen, quasi zu übersetzen, und andererseits darum, Erkenntnisse und Debatten, die außerhalb des Sports geführt werden, etwa rund um das Thema „Neuro-Enhancement“, in die Sport-Doping-Diskussion einzubringen.
Zu dem Forschungsprojekt findet sich in der heutigen taz ein Artikel von mir: Dolmetscher für Doping. (In der Online-Ausgabe der taz werden die Texte eigenständig aufbereitet und präsentiert, freilich nicht ein zweites Mal honoriert – hier lautet die Überschrift Das optimierte Gehirn.)
Links zum Thema: Website des Projekts Translating Doping, Wissenschaftler-Manifest zu Neuro-Enhancement, Darstellung der Diskussion zu Neuro-Enhancement in der Zeit, und eine Kritik des Manifests in der FAZ.
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Januar 31st, 2010
Vor fünf Jahren starb Max Schmeling, und vor fünf Jahren, drei Wochen nach seinem Tod, erschien meine Biografie „Schmeling. Die Karriere eines Jahrhundertdeutschen“, für die ich hier gerne gleichermaßen scham- und erfolglos Werbung machen möchte. (Der Zusammenfall vom Tod des 99-jährigen Schmeling und meiner Biografie war allerdings nicht geplant.) Am 2. Februar, Schmelings Todestag, senden die Radioprogramme WDR 3, WDR 5 und NDR-Info in der Reihe Zeitzeichen das Porträt Schmelings der Autorin Susanne Rabsahl, die mich dafür interviewt hat. Vermutlich ein Radiotipp, den weder ich, noch die Leser dieses Blogs bereuen: WDR 5 um 9.05h, WDR 3 um 17.45h, NDR Info um 20.15h.
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Januar 28th, 2010
Manchmal scheint es so, als reiche es, einmal einen Skandal ausgesessen zu haben, und schon könne man dummschwätzen, wie man wolle und gleichzeitig im Amt bleiben. Bischof Richard Williamson, vor einem Jahr von Papst Benedikt zurück in die römisch-katholische Kirche geholt, hat nach seiner Leugnung des Holocausts („200.000 bis 300.000 Juden sind in deutschen KZ gestorben“ und „nicht ein Einziger von ihnen in Gaskammern“) sich mal wieder zu Wort gemeldet. Zur Frage, ob der Staat Israel existieren darf, hat der Bischof diese Meinung: „Jedermann glaubt, dass dieser Staat legitim ist, aber das führt nicht notwendigerweise dazu, dass er es ist.“
Eine Recherche zu Bischof Williamson und auch zum sich neu in den Kreis der offen bekennenden antisemitischen katholischen Bischöfe einreihenden Bischof von Krakau, Tadeusz Pieronek,, in der neuen Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen: Neues vom Leugner. (Bald, sehr bald sogar, hat die Jüdische Allgemeine einen Online-Auftritt, der das Scrollen auf ePaper und ähnliche Dinge obsolet macht.
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Januar 17th, 2010
Für die aktuelle Jungle World, die einen sehr lesenswerten Schwerpunkt „Sport, Sex und Gender“ hat, habe ich eine kleine und völlig unvollständige Chronik zu Trans- und Intersexuellen im Sport verfasst: Wenn die Medaille mehr als zwei Seiten hat.
Ein beinah beiläufiges Rechercheergebnis: “Was immer mitschwingt, wenn (…) über Trans- oder Intersexualität im Sport diskutiert wird, ist die Unterstellung des Betrugs: Ein physisch stärker gebauter Mann schliche sich unfairerweise in die Frauenkonkurrenz, weil er da leichter gewinnen könne. (…) Bei aller Vielfalt der Transgender-Erscheinungen, die sich in der Sportgeschichte zeigen lässt, gab es genau das nie: Betrug. Nicht nur ein Beweis fehlt, sondern auch jedes halbwegs ernstzunehmende Indiz eines bewussten Betrugs. Die Fälle, in denen inter- bzw. transsexuelle Sportler oder Sportlerinnen bekannt wurden, tragen im Gegenteil stattdessen oft Züge großer persönlicher Tragik.“
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Januar 14th, 2010
Jürgen Brähmer, immerhin amtierender Halbschwergewichts-Weltmeister des Profiboxverbandes WBO, wurde jngst vom Amtsgericht Schwerin zu einer 16monatigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Er habe im September 2008 in einer Bar in Schwerin eine Frau mit einem Schlag ins Gesicht schwer verletzt. Einem Pressebericht ist dieses bemerkenswerte Detail über die Strategie der Verteidigung zu entnehmen: „Im aktuellen Prozess hatte die Verteidigung den Song ‚Hurricane’ von Bob Dylan per Laptop eingespielt. Darin geht es um den US-amerikanischen Boxer Rubin Carter, der 1966 in einem umstrittenen Verfahren wegen dreifachen Mordes verurteilt wurde.“
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Januar 13th, 2010
Indien will, ähm, beginnen wir diesen Eintrag neu: Ein einflussreicher indischer Sportfunktionär will, dass sein Land die Fußball-WM 2026 ausrichtet. Das ist das Thema meiner aktuellen Über-Ball-und-die-Welt-Kolumne in der taz: Der Wecker ist gestellt:
„‚Indien ist ein schlafender Riese’, sagt Sepp Blatter, und der Job des Fifa-Präsidenten ist es ja, Riesen mit von ihm gelieferten Weckern wachzurütteln. In diesem Jahr klingelt es bei der WM in Südafrika, um die Ware Fußball zu einem teuren Handelsgut auf dem afrikanischen Kontinent zu machen. Vor acht Jahren war die Fifa mit der WM in Südkorea und Japan in Asien schon sehr erfolgreich. Und dem Projekt, den Fußball zum Weltmarktführer in der Sportbranche zu machen, war 1994 die Weltmeisterschaft in den USA durchaus zuträglich.“
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